Paris : Notizen . er Frau aus ihrer mondänenArt, oder ist das Mondäne eine Folge der maskulinen Veran-lagung? Und man kommt zu dem SchluÃ, daà das Letzterichtig sein dürfte. Paris ist, wüe mir scheint, nicht die Welt-stadt der Liebe, weil die Pariserin es vor Liebesgefühlen nichtaushalten kann und männertoll umherläuft, sondern weil sieim Gegenteil von Natur kalt ist. Das Tragische im französischenVolk â jedes Volk hat seine besondere Tragik â und vorallem in der Pariser Bevölkerung scheint mir, daà jene Distanzschaffende und das Gefühlsleben zurückdrängende Konventionder Umgangsfo

Paris : Notizen . er Frau aus ihrer mondänenArt, oder ist das Mondäne eine Folge der maskulinen Veran-lagung? Und man kommt zu dem SchluÃ, daà das Letzterichtig sein dürfte. Paris ist, wüe mir scheint, nicht die Welt-stadt der Liebe, weil die Pariserin es vor Liebesgefühlen nichtaushalten kann und männertoll umherläuft, sondern weil sieim Gegenteil von Natur kalt ist. Das Tragische im französischenVolk â jedes Volk hat seine besondere Tragik â und vorallem in der Pariser Bevölkerung scheint mir, daà jene Distanzschaffende und das Gefühlsleben zurückdrängende Konventionder Umgangsfo Stock Photo
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Paris : Notizen . er Frau aus ihrer mondänenArt, oder ist das Mondäne eine Folge der maskulinen Veran-lagung? Und man kommt zu dem SchluÃ, daà das Letzterichtig sein dürfte. Paris ist, wüe mir scheint, nicht die Welt-stadt der Liebe, weil die Pariserin es vor Liebesgefühlen nichtaushalten kann und männertoll umherläuft, sondern weil sieim Gegenteil von Natur kalt ist. Das Tragische im französischenVolk â jedes Volk hat seine besondere Tragik â und vorallem in der Pariser Bevölkerung scheint mir, daà jene Distanzschaffende und das Gefühlsleben zurückdrängende Konventionder Umgangsform, die ja bis in die Familie hinein Geltunghat â sprechen doch die Eheleute von- und sogar zueinanderals »Madame« und »Monsieur« â die Frau in ihrem tieferenweiblichen Gefühlsleben derart schädigt, daà sich eine gewisse,konstant gewordene Verzweifelung ihrer bemächtigt hat. Diesedurch den Mangel eines ausfüllenden Familienlebens verstärkteVerzweifelung macht die Pariserin ein wenig männisch.. w DIE GESCHLECHTER 213 Spezifisch weiblich bleiben nur Frauen, die Kinder gebären.Die unfruchtbare, und am meisten die künsthch unfruchtbareFrau ist im Instinkt immer mehr oder weniger aggressiv mas-kulin. Und das äuÃert sich vor allem in mondänen, hetärenhaftenZügen. Wo die Zärtlichkeit des Gefühlslebens, wie es nur dasKindergebären erwecken und wach erhalten kann, erstickt wird,während der Geschlechtstrieb in voller Stärke bestehen bleibt,ja, durch die Versagung der natürlichen Konsequenzen unge-sund noch gestachelt wird, da ist notwendig die Dispositionzum Hetärenhaften geschaffen. Die Pariserin mag darum inder Liebe vielleicht sehr temperamentvoll und sogar animalischwild sein: im tieferen Sinne zärtlich kann sie unmöghch sein.Sie ist seit zweihundert Jahren das kinderlose Weib, und ebendas hat sie zur Geliebten par excellence gemacht. Zu einer verzweifelten GeHebten, in deren S