. Blätter für Aquarien- und Terrarien-Kunde. Originalaufnahme für die „Blätter". Latenzknospen vom Froschbiß (Hydrocharis morsus ranae). ebenso großer Feind als die Hitze. Jedes Lebe- wesen hat sein Temperaturoptinum, eine Tempe- ratur, die seinem Wachsen und Gedeihen am förderlichsten ist. Innerhalb gewisser Grenzen ist es Schwankungen angepaßt; werden diese über- schritten, so bedarf es besonderer Vorkehrungen, um eine Schädigung des Organismus zu ver- meiden, oder, falls eine solche unvermeidlich ist, doch den Bestand der Art zu sichern. Denn im Kampfe ums Dasein sucht jedes Wesen zu-

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. Blätter für Aquarien- und Terrarien-Kunde. Originalaufnahme für die „Blätter". Latenzknospen vom Froschbiß (Hydrocharis morsus ranae). ebenso großer Feind als die Hitze. Jedes Lebe- wesen hat sein Temperaturoptinum, eine Tempe- ratur, die seinem Wachsen und Gedeihen am förderlichsten ist. Innerhalb gewisser Grenzen ist es Schwankungen angepaßt; werden diese über- schritten, so bedarf es besonderer Vorkehrungen, um eine Schädigung des Organismus zu ver- meiden, oder, falls eine solche unvermeidlich ist, doch den Bestand der Art zu sichern. Denn im Kampfe ums Dasein sucht jedes Wesen zu-
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. Blätter für Aquarien- und Terrarien-Kunde. Originalaufnahme für die „Blätter". Latenzknospen vom Froschbiß (Hydrocharis morsus ranae). ebenso großer Feind als die Hitze. Jedes Lebe- wesen hat sein Temperaturoptinum, eine Tempe- ratur, die seinem Wachsen und Gedeihen am förderlichsten ist. Innerhalb gewisser Grenzen ist es Schwankungen angepaßt; werden diese über- schritten, so bedarf es besonderer Vorkehrungen, um eine Schädigung des Organismus zu ver- meiden, oder, falls eine solche unvermeidlich ist, doch den Bestand der Art zu sichern. Denn im Kampfe ums Dasein sucht jedes Wesen zu- nächst sein eigenes Ich zu erhalten (Gesetz des Egoismus, der Erhaltung des Individuums), und wenn dies unter den gegebenen Umständen unmöglich ist, zeigt sich das Bestreben, den Fortbestand der Sippe zu sichern (Gesetz der Erhaltung der Art). Mehrjährige Pflanzen bringen es fertig, die Unbilden unseres Klimas zu überdauern; sie trotzen unter Entbehrungen der Dürre des Sommers und der Kälte des Winters. Einjährige Pflanzen sind diesen Widrigkeiten nicht gewachsen; sie gehen zu- grunde, teils an der Dürre des Sommers, teils an der Kälte des Winters, und vermögen nur ihre Art in die günstigere Zeit des nächsten Jahres hinüberzuretten. An besonders expo- nierten Plätzen ist es daher für einjährige Pflanzen ungleich schwerer, sich zu behaupten, als für mehrjährige. Kommt die Dürre des Sommers zu früh, oder überrascht der Frost des Winters die Pflanze vor der Fruchtreife, so ist sie und mit ihr der Platz, den sie erst mühsam erobert hat, für die Art verloren, wenn sie nicht durch Erwerbung besonderer Sicherheitsmaßregeln die Erhaltung ihrer Art auf dem Wege ungeschlechtlicher Vermehrung erzielen konnte. Und eine solche Sicherheits- vorrichtung ist der Latenzzustand, dem wir im Pflanzen- und im Tierreich überall da begegnen, wo besonders ungünstige Umstände die Erhaltung der Art gefährden, und stets da, wo eine Er- haltung des Individuums von

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